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Thursday 12 June 2014 / HEROINES OF SOUND FESTIVAL / Start 18:00

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Running Order Kantine am Berghain

  • Podiumsdiskussion
  • 20:00 h - 20:30 h Else Marie Pade
  • 20:30 h - 21:00 h Iris ter Schiphorst LIVE
  • Julia Mihály
  • 21:30 h - End Electric Indigo LIVE

Kantine am Berghain Pionierinnen der elektronischen Musik und Frauen der aktuellen Musikszene
Podiumsdiskussion | Else Marie Pade | Iris ter Schiphorst LIVE | Julia Mihály | Electric Indigo LIVE

Das genreübergreifende Festivalformat von ›Heroines of Sound‹ präsentiert Konzerte, Performances sowie eine Diskursveranstaltung. Einen Schwerpunkt bilden die Pionierinnen der elektronischen Musik, zugleich möchten wir gezielt den Blick auf die Frauen der aktuellen Musikszene werfen und zeigen, wie Künstlerinnen heute elektronische Klangumformung in Pop- und E-Musik weiterdenken und performativ ausdeuten.

Die Konzerte bieten unterschiedliche Formate, früher elektronischer Musik aus den 1950er bis 1970er Jahren von Komponistinnen wie LAURIE SPIEGEL und ELSE MARIA PADE, Kammermusik mit Zuspiel (IRIS TER SCHIPHORST) über Live-Elektronik-Performances und Sound-Art (LES FEMMES SAVANTES, HEIDRUN SCHRAMM, CATHERINE LORENT, JULIA MIHÁLY) bis hin zu Mehrkanal-Computermusik von ELECTRIC INDIGO, einer Künstlerin der avancierten Club- und Technomusik.

Uraufführungen: Les Femmes Savantes, ein international besetztes Composer-Performer-Ensemble, lotet spielerisch die Grenzen von Neuer Musik, Jazz, Elektronik und Performance aus. Die Uraufführung von »Spider Silk« fokussiert auf den Körper als Instrument im performativen Kompositionsprozess. Dieser Aspekt wird in der elektronischen Musik nur selten artikuliert und bildet am ersten Abend einen Counterpart zu der körperlosen, sphärischen Musik von Laurie Siegel und der Sound-Art von Heidrun Schramm. Susanne Kirchmayr – aka Electric Indigo – präsentiert die Uraufführung »Morpheme«. Die Mehrkanal-Computermusik generiert mittels spektraler Interpolation einen genau kalkulierten Klangraum mit vielfältigen rhythmischen Verschiebungen.

Die begleitende Podiumsdiskussion mit Gästen aus Kunst, Wissenschaft und Multiplikatoren der elektronischen Musikszene, möchte über musikalische Aspekte hinaus, Fragen der Rezeptionsästhetik und die so häufig beschworene ›geschlechtsauflösende‹ Wirkung der elektronischen Musik diskutieren.

18:00 Uhr, Podiumsdiskussion

Den elektronischen Musikgenres wie den Spielarten digitaler Kunst eilt der Ruf voraus, innovativ, experimentierfreudig und zukunftsorientiert zu sein. Was ist aus der einstigen Utopie eines ›geschlechtslosen‹ Sounds geworden? Das Panel möchte musikalische und ästhetische Perspektiven elektronischer Musik mit einem Blick auf genderspezifische Implikationen erweitern. Fragen nach einer aktuellen Rezeptionsästhetik und ihrer kulturellen Dispositive stehen dabei im Mittelpunkt.

Prof. Dr. Sabine Sanio (udk, Berlin)
Kirsten Reese (Komponistin)
Antye Greie–Ripatti (AGF, Komponistin und Künstlerin)
Prof. Dr. Marion Saxer (Universität Frankfurt)
Susanne Kirchmayr (Electric Indigo, Komponistin, Gründerin ›female:pressure‹)
Moderation: Bettina Wackeragel (bgnm)


20:00 Uhr, Konzert

Else Marie Pade
Electronic music listening format
Syv cirkler (Seven Circles) (1958), 7.22 min
Se det i .jnene (Face It), (1970), 7.58
Glasperlespil II (Glass Bead Game II), (1960), 8.05 min

Else Marie Pade komponierte 1954 ihr erstes elektronisches Musikwerk. Pade war die erste Vertreterin elektronischer Musik in Dänemark. Sie besuchte Pierre Schaeffer in Paris 1952 und begann in Dänemark mit dem Aufbau eines Studios für elektronische Musik und ersten eigenen Kompositionen aus synthetischen und konkreten Klangmaterialien, einer Synthese, wie sie auch am Studio de Fonologia Musicale u.a. von Berio eingesetzt wurde. Ihre Arbeit war durchaus anerkannt, u.a. auch von Karlheinz Stockhausen, dennoch gerieten ihre Kompositionen in Vergessenheit. Im Jahre 2009 legte das Label dacapo ihre Werke im Jahre 2009 legte das Label dacapo ihre Werke erstmalig neu auf. 2012 wurde Else Marie Pade für den renommierten Nordic Council Music Prize nominiert.


Iris ter Schiphorst
Changeant (2004) für Stimme solo und CD-Zuspiel ad
libitum (9 min). Stimme: Julia Mihály

»Changeant« verschränkt Gesang und Sprache (englisch, deutsch, italienisch, schwedisch) rhythmisch miteinander. Die Sängerin ist zugleich Performerin und Schauspielerin, die jeden Wechsel von gesprochener und gesungener Sprache mit einem eigenen Ausdruck gestaltet. Iris ter Schiphorst beschäftigte sich intensiv mit elektronischer Musik und Sample-Techniken, ihre langjährigen Erfahrungen als Musikerin im klassischen Bereich, sowie in unterschiedlichsten Rock- und Popformationen haben ihre Haltung zum Komponieren von Musik entscheidend geprägt. Iris ter Schiphorst ist heute eine der einflussreichsten Komponistinnen der aktuellen zeitgenössischen Musik.


Julia Mihály
scape_1 (2013), 4-Kanal-Tapestück, 6.48 Min
FarbTon (2013), Stimme und Live-Elektronik, 8.00 Min

»scape_1« ist eine Komposition, deren musikalisches Material aus synthetisch veränderten Soundscapes generiert wird. Das Rohmaterial besteht aus Field Recordings aus dem Untergrund der Stadt Frankfurt am Main sowie von Insektenaufnahmen. Diese Soundcapes werden ihrem ursprünglichen Kontext enthoben, transformiert und miteinander verwoben. Julia Mihály überzeugt als Interpretin und Komponistin und konnte bereits international auf sich aufmerksam machen. Ihre Kompositionen verbinden experimentelle zeitgenössische und Pop-Musikelemente mit Klangmaterial aus Field Recordings. Mihály programmiert dafür eigens eine interaktiver Software.


Susanne Kirchmayr aka Electric Indigo
Morpheme, 5-Kanal-Computermusik, Uraufführung, ca. 25 min.

»Morpheme« evoziiert die Momentaufnahme eines theoretisch endlosen Prozesses der Desintegration und Reorganisation von Sprache in komplexen, rhythmischen Strukturen. Mittels granularer Re-Komposition und spektraler Interpolation erzeugte musikalische Elemente werden kontrapunktisch als sich verschiebende Schichten über 5 diskret bespielte Lautsprecher gezielt im Raum platziert. Im Fokus der Komposition von Electric Indigo stehen Phasing, Polyrhythmik und sowie das Aufbrechen metrischer Raster. Das besondere Interesse von Susanne Kirchmayr aka Electric Indigo (Wien) gilt der gezielten räumlichen und zeitlichen Platzierung elektronischer Klänge. Ihre Musik wird auf internationalen Musik-Festivals und in der Club-Szene präsentiert.


Einlass / Beginn: 18 Uhr | Abendkasse 10€ (Ermäßigt 6€)
Präsentiert von SPEX, Missy Magazine, Popkontext und Digital in Berlin
Programmleitung: Bettina Wackernagel
›Heroines of Sounds‹ wird gefördert durch die Initiative Neue Musik, inm e.V., aus Mitteln des regierenden Bürgermeisters von Berlin/Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und von der Hanne Darboven Stiftung
Eine Veranstaltung von bgnm - Berliner Gesellschaft für Neue Musik e.V.

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