Ostgut Ton (Label)

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Planetary Assault Systems ostgutcd37/lp23

Arc Angel english version

Fünf Jahre nach seinem letzten Album kehrt Luke Slater als Planetary Assault Systems und dem neuen Langspieler Arc Angel zurück zu Ostgut Ton.

Auch nach 22 Lichtjahren erforscht Luke Slaters Planetary Assault Systems Raum und Zeit mit unterschiedlichen musikalischen Mitteln. Dem Leitbild des Projekts treu bleibend ergänzt Slater: „Musik muss sich für mich vorwärts bewegen. Ich würde mich selbst betrügen, würde ich auf erprobte und bewährte Formeln zurückgreifen. Für die gibt es gute Gründe, aber dieses Album folgt seiner eigenen Agenda.“ Mit Arc Angel bricht Planetary Assault Systems zu neuen musikalischen Grenzen auf, fokussiert sich auf Melodien, bleibt aber gleichzeitig in den puristischen Werten von Techno verwurzelt, die Slater selbst im Laufe seiner dekaden- und generationenübergreifenden Karriere mit definiert hat.



Während der Albumtitel wie eine Referenz an spirituelle Dinge daherkommen mag, verweist er eher auf weltliche Dinge – Religiosität ist schließlich ein Relikt der Vergangenheit. Arc Angel ist in erster Linie ein postmodernes, nonkonformistisches Technoalbum, das Clubkontexte ebenso bedient wie Zugänglichkeit mit neuen melodischen Mitteln. Langjährige Slater-Hörer werden mit Arc Angel schnell warm werden, wobei die LP gleichzeitig den Raum für neue Hörer aufmacht. In der Tradition von Slaters vorangegangenen Ostgut Ton-Alben – The Messenger (2011) und Temporary Suspension (2009) – versprühen seine musikalischen Motive polymorphe und außerweltliche Klänge, verwenden eine zeitgemäße instrumentale Sprache, legen aber eine stärkere Betonung auf zugängliche musikalische Formulierungen. “Bei diesem Album ging es sehr um Limitierung und um den Schwerpunkt auf den Begriff alternativer Melodien“, sagt Slater.

“Ich liebe Musik, die zu Neuem führt. Alle Stücke dieses Albums mussten diesen Test bestehen. Gleichzeitig wollte ich das Fundament dessen, was ich als Techno ansehe, neu verwurzeln und mich auf Melodien konzentrieren, statt einen Track nur einen Beat sein zu lassen. Ich verlagerte die Arbeit am Stück vom Beat zu den darüberliegenden Frequenzen, gab diesem Teil mehr Gewicht. Wie man einen großen, starken Beat baut, haben wir alle begriffen, meine ich. Ich möchte die Dinge aber gerne etwas voranbringen, nicht der Einfachheit halber abstrakter werden.“

Obwohl Arc Angel als weißes Blatt begann, verlängert Slater seine sonischen Erkundungen, die man auf den jüngsten Mote-Evolver-veröffentlichten 12“es zu hören bekam – die No Exit EP (2013), Future Modular (2014) und The Eyes Themselves (2015). „Arc Angel ist das folgende Album dieser Serie an Singles – Rückschritt und Fortschritt finden gleichzeitig statt.“ Während es Anspielungen auf die Vergangenheit gibt, zielt Arc Angel auf die Zukunft. Da wären wie abgefeuerte Lichtstrahlen flirrende Klänge („Tri Fn Trp“), pulsierende Signale in den Tiefen des Weltraums („Angel Of The East“, „Sonar Falls“, „Groucho“) und eher schroffe Ästhetiken („The Last Scene“). Die melodische Bandbreite beinhaltet hypnotische Arrangements („Merry Go Round“, „Blue Monk“), verzerrte Glocken („Revolution One“), regenbogenfarbener Noise und räumliche Effekte – großteils verwoben mit schweren Kickdrums („Message From The Drone Sector“, „The Rider“), manchmal reduzierten Beatmustern („Max“), zuweilen repetitive Loops, schmetternde Analog-Synthflächen und verfremdete Vocalfetzen nutzend (“Interlude 1 bis 6”).

Ungeachtet der musikalischen Vielfalt mussten alle Geräte auf einen kleinen Tisch passen. „Ich liebe Software, Hardware, Technologie; aber weil wir eine fast endlose Auswahl an klangerzeugenden Mitteln haben, trieb es mich nun dazu, mich auf jedem Stück mit begrenztem und limitierten Equipment auszudrücken. Tatsächlich war ein Einfluss die Art, wie ein Blues-Musiker ursprünglich eine alte Gitarre und eine Stompbox verwendet hätte, trotzdem aber sehr organische und beseelte Musik damit spielte. Der hat seine Gitarre, die Box und seine Stimme – Ich habe die 909 und 808, das waren seit jeher die wichtigsten Antriebe von Planetary Assault Systems.“ Das Schreiben des Albums war entkoppelt von der späteren Produktion und dem Mixing in Slaters Studio @ Spacestation Ø, UK – was ein reduzierteres und flexibleres Setup zuließ und auch noch zu einem späteren Zeitpunkt Änderungen einzelner Teile ohne übergreifende Eingriffe möglich machte.

Während die zwanzig Albumstücke in gut 96 Minuten digital als Einzelstücke erhältlich sein werden, wird es Arc Angel auch als mixed 3-fach LP und Doppel-CD und auch als continuous Mix geben – was einerseits der intendierten Wahrnehmung des Albums als auch Slaters Ethos als DJ Rechnung trägt: einen Ritt durch einen sich stetig wandelnden Moment nehmen.



Außerdem: Luke Slater debütiert Anfang August als The 7th Plain auf A-TON mit dem ersten Album der Chronicles-Serie, begleitet von einem 7th Plain-Set im Berghain'schen Elektroakustischen Salon. Kürzlich tat sich Slater mit David Sumner (aka Function) und Steve Bicknell als LSD zusammen – ihr gemeinsames DJ / Live- Hybrid-Set feierte soeben im Rahmen von Planetary Funk 22 Light Years Premiere im Berghain.

Tracks CD

I

01. Cassette

02. Angel Of The East

03. Tri Fn Trp

04. Sonar Falls

05. Interlude 1

06. Message From The Drone Sector

07. Merry Go Round

08. Interlude 2

09. Behind The Eyes

II

01. Bawoo Bawoo

02. Interlude 3

03. Revolution One

04. Interlude 4

05. Blue Monk

06. Groucho

07. Interlude 5

08. The Rider

09. Max

10. Interlude 6

11. The Last Scene

incl. digital download

Artwork by Viron Erol Vert

Tracks VINYL

A1. Angel Of The East

A2. Tri Fn Trp

A3. Sonar Falls

B1. Interlude 1

B2. Message From The Drone Sector

B3. Merry Go Round

C1. Interlude 2

C2. Behind The Eyes

C3. Bawoo Bawoo

D1. Interlude 3

D2. Revolution One

D3. Interlude 4

D4. Blue Monk

E1. Groucho

E2. Interlude 5

E3. The Rider

F1. Max

F2. Interlude 6

F3. The Last Scene

incl. digital download

release date: 30 September 2016